Für ein gesundes Kind

Gerard und Mary haben drei Kinder, zwei Buben und dazwischen das Mädchen Alix. Sie sind „Expatriats“, leben schon mehr als 12 Jahre in der Schweiz. Sie reden Schweizerdeutsch, und die Kinder gehen alle im Dorf zur Schule. Mary engagiert sich im Elternverein, Gerard ist angestrengt in seinem Beruf. Alan und Ben sind sportlich, umgänglich und, ja, wenn nur diese Krankheit nicht wäre, unter der Ben seit frühen Kindertagen leidet. Ben hat keine Widerstandskräfte, sein Immunsystem ist krank. Er hat viele Behandlungen, Chemotherapien und Spitalaufenthalte hinter sich, viele Wochen Schule verpasst, auf viele Aktivitäten verzichtet.

Mary kommt mit einem Topf bepflanzt mit Frühlingsblumen zum Vermieter. Sie hat um einen Termin gebeten, um ‚etwas zu besprechen‘. Und sie kommt rasch zur Sache: Ob es eine Möglichkeit gäbe, in ihrer Wohnung einen Hund zu halten. Sie erklärt, sie hätten vor, ein reinrassiges Tier zu kaufen, von einem Zwinger, der die abgegebenen Hunde jederzeit für Ferienaufenthalte aufnehme. Als sie merkt, der Hausbesitzer sei der Idee nicht abgeneigt, zeigt sie Fotos und Beschreibungen der kleinen, lebhaften Rasse. Und erst als sie eine Zusage erwarten kann, erklärt sie. Ben sei jetzt geheilt, er verfüge über das nötige Immunsystem, müsse nicht mehr mit Samthandschuhen angefasst werden, dürfe wieder mit den anderen Kindern ins Hallenbad, und so sei auch ein Haustier keine Unmöglichkeit mehr. Mary strahlt, als sie dies erzählt. Nun können sie und Gerard den Kindern den Herzenswunsch erfüllen. Das Hündchen kommt im Frühling auf die Welt. Im Frühsommer gehört es dann zu Familie.

Mary ist eine mutige, feine Frau. Sie hat nicht mit der Mitfühl-Masche operiert. Die Zusage für die Tierhaltung sollte ohne Gefühlsduselei erteilt oder nicht erteilt werden.

 

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