Diebstahl Sicherung

Diese alte lederne Geldbörse war unsere Diebstahlsicherung, als mein Vater endlich seinen ältesten Traum vom Haus auf dem Land erfüllt hatte.

Das Ferienhäuschen steht am Seeufer, mitten in Feldern damals noch. Die Kühe weideten ringsum, Der benachbarte Bauer kam regelmässig, wenn wir nicht da waren. Nebst Mähen und anderen Gartenarbeiten war es seine Aufgabe, zu beobachten, ob etwas Verdächtiges passiert sei.

Zum Schutz vor Einbrüchen hatte Papa auch so seine Ideen: die Geldbörse, meinte er, müsse immer mit Inhalt mühelos greifbar sein. Denn, schlussfolgerte er, jeder Einbrecher würde erst mal Schubladen öffnen und Bares suchen. Wenn der böse Einbrecher dann die Geldbörse fand, mit „einem Zwanzigernötli und etwas Münz gefüllt“, würde er zufrieden abzotteln.* Der Schaden wäre dann gering. Papa fürchtete sich vor aufgebrochenen Schlössern, ausgeleerten Schubladen mit verstreutem Inhalt zum Aufräumen!

Inzwischen stehen viele Häuser am Weg. Die Nachbarn wohnen ganzjährig hier. Es herrscht Betrieb. Keine Kühe weiden mehr. Trotzdem ist es noch immer eine ruhige Umgebung.

Heute räume ich auf. Mein Sohn ist jetzt Hausherr. In einer Küchenschublade finde ich die braune Geldbörse. Sie ist älter als ich. Auch sie hat ihren Dienst getan: es gibt eine Alarmanlage!

  • Erklärung: Schriftsprache: ein Zwanzig Franken Schein – vor 60 Jahren ein kleines Vermögen

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