Heimweh und Sehnsucht

Kinder, die fern des eigenen Zuhause sind -seien es Verwandtenbesuche, Pfadilager, Kinderheime, wo sie sich aufhalten, oder Spitalaufenthalte, oder gar längere aufgezwungene Abwesenheiten vom gewohnten Umfeld – leiden! Sie leiden an Heimweh, das heisst Schmerz empfinden über die Trennung vom Gewohnten. Sie vermissen schmerzlich, was bisher ihr Tagesablauf war, die Menschen, die darin vorkommen, die Einrichtung, das Haustier, dier Freundinnen oder den Berg, den sie stets vor Augen hatten.

Als Kind litt ich unter Heimweh. Es war wie eine richtige Krankheit, raubte mir Schlaf und Appetit und verursachte verschiedene Leiden, wie Magenkrämpfe, Bauchschmerzen, Halsentzündung und dazu kam ein würgendes Gefühl, ein unbeschreiblicher Schmerz. Dieser Zustand, der ausserordentlich unangenehm war, für mich, das KInd, aber auch für die Umgebung, sprich die Betreuerinnen, die Lehrer, kurz, die Stellvertreter.

Der Zustand, besserte sich mit jedem Fernbleiben vom gewohnten Daheim Er konnte nie ganz geheilt werden. Denn auf das Heimweh folgte die Sehnsucht. Wie definiere ich dieses Gefühl, das von mir Beschlag nimmt, mich überfällt in den unmöglichsten Situationen und Umgebungen? Is es der Wunsch, jemand anderer zu sein, bei jemand anderem zu sein, wo anders zu sein, irgendwohin zu gehen, anzukommen? Wenn dieses innige, brennende Sehnen mich überfällt, möchte ich die Augen schliessen, die Ohren verstopfen, die Nase zu halten. Ich möchte stehen bleiben. Und dann in mich selbst hinein fühlen, versuchen zu begreifen, wonach ich so hungere, so dürste, mich – in einem alten Wort – verzehre.

Würde ein Gebet helfen? Vielleicht! sollte ich die Gedanken ordnen und etwas Schönes erfinden, um das Sehnen zu stillen? Könnte ein Traum mich befreien?

Ich habe keine Antworten gefunden. Die Sehnsucht packt mich in den ungewöhnlichsten Augenblicken, an den wunderlichsten Orten. Sie befällt mich, schmerzt, bedrängt mich und entlässt mich wieder.

Vielleicht ist es wieder einmal die Kurze Zukunft, die meiner Altersgruppe eigen ist, die sich bemerkbar macht.

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