Rosenbaum

Ich spaziere an der letzten blühenden Rose von 2020 vorbei. Der Rosenbaum legt sich für diesen Winter zur Ruhe. Er muss nach den Blüten auch noch die Blätter fallen lassen, damit der kommende Schnee seine Äste nicht brechen wird.

Rosenbaum ist ein jüdischer Nachname. Bis zur Aufklärung war es Juden nicht erlaubt, Nachnamen zu tragen. Sie hiessen Ben Samuel, Sohn des Samuel oder Ben Halevi und so weiter. Dann durften sie Namen tragen und auswählen. Oft bezogen sich diese auf Berufe, auf Orte. Dies in Anlehnung an die Umgebung. Man findet diese Sitte in unserer Kultur in allen Gesellschaftsschichten.

Woher die vielen Rosen – Namen kommen, weiss ich nicht. Meine Grosseltern, die in Zürich ein gastliches Haus führten, hatten eine ganze Anzahl Freunde und Bekannte, die einen solchen Rosen-Namen trugen. Es gab die Rosenfelds, die Rosenbergs, die Rosenblums und andere.

in den Ferien bei Oma und Opa, kleideten sich mein Bruder und ich in ein Pelzcape (gab es damalas noch), einen Hut mit Hühnerfeder, Schuhe mit Absätzen ich, und einen Bowler, einen Stock mit Silberknauf und ein Jackett mein Bruder. Vor der Haustüre läuteten wir und das Zimmermädchen meldete in den Salon: Herr und Frau Rosenfelder. Schon unter der Türe krümmten wir zwei uns, doch als der bereits anwesende Besuch ebenso wie die Grosseltern Tränen lachten, war der langweilige Nachmittag gerettet.

PS; man sieht: mein C.V. beginnt in einem gepflegten Milieu. Der Lebenslauf hatte seine Auf und Abs.

3 Kommentare zu „Rosenbaum

  1. Ist das ein wunderbarer Rosenbaum? Außerdem möchte ich Dankeschön schreiben, für die Erklärung der Namen. Ich wusste es nicht und ihr Kinder müsst es schön gehabt haben, wenn ihr so herrliche Streiche spielen konntet!

    Herzliche Abendgrüße in die Schweiz

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    1. Liebe Piri
      Danke für den Kommentar: Ehrlicherweise sage ich dir: es war nicht mein Bruder. Ich hatte nie einen, zum Teil weil meine Mutter starb mit 22 Jahren und ich war zwei. Auch hier in der „heilen“ Schweiz war es für jüdische Kinder im 2. Weltkrieg nicht einfach aufzuwachsen. Ich beklage mich überhaupt nicht: und ich sehe, wie gut du deine Probleme meisterst und wie wunderbar du zu deinen Kindern schaust!

      Jeder Mensch hat seine Bürde zu tragen. – er wächst mit seiner Last und soll unbedingt darauf achten, sich selbst zu mögen und hie und da zu verwöhnen. Dazu braucht es – wie du weisst – weder Gold noch Brillanten.

      Ich freue mich immer, von dir zu lesen und wünsche von Herzen nur Gutes und ein feines Lächeln!

      Marion

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